Den Lebensstandard im Alter sichern!

Bundespolitik

SPD Niederbayern fordert soziale Wende in der Rentenpolitik

Mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen will die niederbayerische SPD die Rentenpolitik wieder auf das Ziel ausrichten, den erarbeiteten Lebensstandard im Alter abzusichern. Der SPD-Bezirksvorstand beschloss auf seiner Sitzung am vergangenen Samstag einstimmig ein umfassendes Rentenkonzept, dass vom SPD-Sozialexperten Harald Unfried vorgelegt wurde. Mit diesem Konzept wollen die niederbayerischen Sozialdemokraten den Generationenvertrag zukunftsfest machen. Die gesetzliche Rente soll zuverlässig vor Altersarmut schützen und wieder die Aufgabe übernehmen, bei jahrzehntelanger Beitragszahlung den erarbeiteten Lebensstandard abzusichern. Ein Kurswechsel in Rentenpolitik sei unumgänglich, wenn die Rückkehr von Altersarmut im großen Stil vermieden werden solle, so Unfried.

Denn die Wechselwirkung von stagnierenden Löhnen einerseits und gesetzlichen Rentenkürzungen andererseits begründeten künftig für viele Versicherte nur mehr Rentenansprüche auf Sozialhilfeniveau - trotz jahrzehntelanger Beitragszahlung. Eine solche Entwicklung würde der Lebensleistung der Versicherten nicht mehr gerecht werden und müsse abgewendet werden. Deshalb fordert die niederbayerische SPD als ersten Schritt, die Ursachen dieser Entwicklung konsequent zu bekämpfen, bekräftigte der SPD-Vorsitzende Michael Adam. Dazu gehören etwa die Zurückdrängung von Leiharbeit und Niedriglöhnen sowie ein gesetzlicher Mindestlohn.

Eine gute Entwicklung des Rentenwerts setzt voraus, dass die Löhne wieder mit der Produktivitätsentwicklung Schritt hielten. In einem zweiten Schritt sollen dann die Renten wieder an die tatsächliche Lohnentwicklung gekoppelt werden. Denn mit den bislang in der Rentenformel enthaltenen Kürzungsfaktoren seien die Renten von der effektiven Lohnentwicklung abgekoppelt worden. Nach den Vorstellungen der niederbayerischen SPD müsse die Alterssicherung so reformiert werden, dass die Ziele der Lebensstandardsicherung und der strukturellen Armutsfestigkeit wieder innerhalb der gesetzlichen Rente erreicht werden könnten.

Nur die Rückkehr zu einer lebensstandardsichernden gesetzlichen Altersrente könne neues Vertrauen in den Generationenvertrag begründen. Harald Unfried verwies in diesem Zusammenhang auf die Ergebnisse einer aktuellen Expertise des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Demnach könne die bisherige Förderung der kapitalgedeckten "Riesterrenten" keinen angemessenen Ausgleich für die erfolgten Rentenkürzungen schaffen. Denn sie sei selbst nach 10 Jahren nur unzureichend verbreitet und die Ertragsentwicklung sei infolge der Finanzkrise eingebrochen. Steuermittel sollen daher dem SPD-Konzept zufolge besser zur Stärkung der gesetzlichen Rente verwendet werden.

Zudem schlägt die SPD Niederbayern vor, die sogenannte "Rente nach Mindesteinkommen" auszuweiten. Damit sollen niedrige Verdienste für die Rentenberechnung fiktiv höher bewertet werden, wenn 35 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten vorliegen. In dem Konzept sprechen sich die niederbayerischen Sozialdemokraten zudem für die Schaffung flexibler Übergänge vom Arbeitsleben in den Ruhestand aus. Unter anderem soll es erweiterte Möglichkeiten des Bezuges von Teilrenten mit höheren Hinzuverdienstmöglichkeiten geben. Damit will die SPD Anreize schaffen, dass Arbeitnehmer freiwillig länger im Arbeitsleben verbleiben können.

Die "Rente mit 67" wollen die niederbayerischen Sozialdemokraten dagegen zurücknehmen, weil sie für viele Millionen Arbeitnehmer weitere Rentenkürzungen bedeutet, ohne größere Einspareffekte für die Rentenkassen zu bewirken. Das umfassende Konzept wird nun als Beitrag der niederbayerischen SPD an die Rentenkommission der Bundes-SPD weitergeleitet, die unter Führung von Parteichef Sigmar Gabriel bis Ende des Jahres eine neue Rentenpolitik für die SPD erarbeiten wird.

Der SPD-Bezirksvorsitzende Michael Adam äußerte sich zuversichtlich, dass sich die SPD in die Richtung des niederbayerischen Konzepts bewegen werden. Die SPD werde nicht tatenlos zusehen, wie sich Alterarmut künftig wieder ausbreite. Es sei höchste Zeit für eine Erneuerung des Generationenvertrags, so die niederbayerische SPD.

Foto: SPD-Niederbayern beschließt umfassendes Rentenkonzept zur Sicherung des Lebenstandards im Alter: (v.re.n.li) SPD-Bezirksvorsitzender Michael Adam, Reinhold Perlak MdL, SPD-Rentenexperte Harald Unfried, Johanna Werner-Muggendorfer MdL und Bernhard Roos MdL.

 

Homepage SPD Bezirk Niederbayern

 

WebsoziCMS 3.9.9 - 001847962 -

Termine Unterbezirk Landshut

Weitere Termine im Menü Termine SPD Unterbezirk . Informationen bei Theresa Bergwinkl, Tel. 0871-25259 Landshut Unterbezirksgeschäftstelle im AWO Mehrgenerationenhaus, Ludmillastr. 15a. E-mail: Theresa.Bergwinkl@spd.de


25.07.2016: Montag 19.30 Uhr  UB-Konferenz mit Neuwahlen, Gasthof Zur Kraxn, Ergolding / Landshut.


 

Besucherstatistik

Besucher:1847963
Heute:93
Online:1
 

Aktuelle-Artikel

 

Wetter-Online

Schuldenuhr der BayernLB

Informationen

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de