Gesundheitsregion Niederbayern - Expertenhearing der NiederbayernSPD in Deggendorf

Bundespolitik

Deggendorf.  "Wie kann eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung in Niederbayern sicher gestellt werden?", das war das Thema beim "SPD-Bezirksvorstand vor Ort" in Deggendorf. SPD-Bezirksvorsitzender Christian Flisek konnte dazu den Geschäftsführer der Kliniken am Goldenen Steig, Helmut Denk, den stellv. Freyunger Landrat Helmut Behringer, den Vorsitzenden des Fördervereins Krankenhaus Grafenau, Wolfgang Kunz, als Fachreferenten begrüßen. SPD-Kommunalpolitiker aus ganz Niederbayern vervollständigten die Teilnehmerliste - darunter Ewald Strasser aus Deggendorf, Dr. Bernd Vilsmeier aus Dingolfing-Landau, Peter Stranninger aus Straubing, Rita Hagl-Kehl und Axel Scherzer aus Freyung und Christian Plach aus Passau.

 

Als eines der Hauptprobleme kristallisierte sich die Krankenhausfinanzierung heraus. Denn das Fallpauschalensystem bildet inzwischen die Auswirkungen der Demografie mit vielen älteren multimorbiden Patienten nicht mehr ab. Dazu ist der Ausgleich für die tariflichen Kostensteigerungen für das hochqualifizierte Personal völlig unzureichend. Trotz grundlegender Umstrukturierungen und Spezialisierungen bei den Krankenhäusern kommen die Landkreise als Träger der Häuser meist auf keinen grünen Zweig. Dabei steht außer Frage, dass es hier nicht um Gewinnmaximierung geht, sondern um erträgliche Kostenbelastungen für die Haushalte der Landkreis.
 
Ein wichtiger Aspekt ist die Notfallversorgung der Menschen in den ländlichen  Gebieten, denn hier schlägt der immer stärker werdende Mangel an Ärzten am stärksten durch. Krankenhäuer der unteren Versorgungsstufe haben zudem Probleme, Ärzte zu finden, da sie wegen geringer Patientenzahlen für die berufliche Weiterbildung junger Ärzte wenig attraktiv sind.
 
Für SPD-Bezirksvorsitzenden Flisek stellt sich hier die Frage, wie wir eine "Gesundheitsregion Niederbayern" so in der Zukunft gestalten können, damit die wohnortnahe, hochwertige Medizinversorgung in der Fläche gesichert werden kann. Ein Schlüssel dazu ist die überregionale Kooperation der Kliniken verschiedener Versorgungsstufen. Eine Abwerbung von Patienten aus benachbarten Landkreisen ist kontraproduktiv, da sie die Probleme nur verlagert. Kostendrücken durch Tarifflucht oder Privatisierung löst die Zukunftsprobleme nicht, eher im Gegenteil. Wichtig dabei ist, dass eine Konzeption nur mit den betroffenen Landkreisen zusammen erarbeitet werden kann und nicht von oben übergestülpt werden darf.
 
Foto: Diskutierten über die Gestaltung einer "Gesundheitsregion Niederbayern": (v.li.) Ewald Straßer (DEG), Christian Plach (PA), Rita Hagl-Kehl (FRG), Peter Stranninger (SR), Helmut Behringer (FRG), Helmut Denk (Kliniken FRG), Christian Flisek (PA), Wolfgang Kunz (FRG), Manuel Dull (DEG) und Dr. Bernd Vilsmeier (DGF).
 

 

 

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