Ärzte-Proteste: Mit dem Geld der Patienten sorgsam umgehen

Bundespolitik

Anlässlich der wochenlangen Ärzte-Proteste gegen die Honorarreform erklärt Florian Pronold, Vorsitzender der Bayerischen SPD-Landesgruppe:

Es wäre schön, wenn die Fachärzte tatsächlich ihre Patienten über ihre Honorare aufklären würden. Stattdessen führen einige Ärzte mit einer Plakataktion in den Praxen die Patienten hinters Licht, missbrauchen das Vertrauen ihrer Patienten und verleumden die SPD. Der Schwarze Peter wird allein der Politik zugeschoben - und die Zeche sollen die gesetzlich Versicherten zahlen.

Ich fordere alle Ärzte auf, die in ihrer Praxis diese Unwahrheiten über Gesundheitsministerin Ulla Schmidt verbreiten, auch ihre Steuerbescheide der letzten Jahre daneben zu hängen. Dann wird kein Patient mehr Verständnis für die Proteste haben.

Warum informieren die Fachärzte die Öffentlichkeit nicht über folgende Fakten:
1. 130.000 Euro beträgt das durchschnittliche zu versteuernde Jahreseinkommen eines Facharztes. Die Betriebsausgaben für Personal und Praxis sind davon schon abgezogen. Fachärzte gehören zu den absoluten Top-Verdienern in Deutschland.

2. Nach Bayern fließen 2009 Kassenarzt-Honorare in Höhe von 4,995 Milliarden Euro. Damit stiegen in Bayern die Honorare zwischen 2007 und 2009 um 322 Millionen Euro, der durchschnittliche Honorarzuwachs liegt bei 6,9 Prozent. Jeder Kassenarzt wird damit rund 12.000 Euro zusätzlich bekommen. Das ist eine Lohnerhöhung, von der Arbeitnehmer nur träumen können.
Ich verstehe die Lage einer Krankenschwester, die um ihren Arbeitsplatz Angst hat. Ich kann nachvollziehen, dass eine Arbeitnehmerfamilie große Probleme hat, aufgrund von Kurzarbeit statt mit 2.000 Euro mit 1.600 Euro zurechtzukommen. Den Protest von Ärzten, die statt 12.000 Euro im Monat „nur noch" 11.000 Euro haben (vermutlich sind es eher 13.000 Euro) kann ich nicht verstehen.

3. Die Politik schafft lediglich die Rahmenregelung. Nicht die Bundesregierung verteilt die Honorare, sondern die kassenärztlichen Vereinigungen. Diese halten zurzeit Gelder zurück, die den Ärzten zustehen. Anstatt Plakate gegen die SPD zu kleben, sollten sich die Ärzte vielmehr an ihre eigenen Vertreter wenden, die bei den Verhandlungen über die Honorarreform mit am Tisch saßen. Wenn die Vergütungsstrukturen für bestimmte Facharztgruppen nicht gerecht sind, kann und muss die Selbstverwaltung der Ärzte hier selbst gegensteuern - ohne das den Beitragszahlern noch mehr Geld aus den Taschen geholt wird.

4. Zurzeit steht gar nicht fest, wie viel jeder Arzt am Jahresende im Geldbeutel hat. Denn die Abrechnungen für das erste Quartal werden erst jetzt erstellt, im Mai wird die Kassenärztliche Vereinigung errechnen, wie hoch die tatsächliche Vergütung ist. Erst wenn die Zahlen auf dem Tisch liegen, wird man sehen, bei welchen Ärzten die Honorarreform zu Gewinnen oder Einbußen führt.

 

Homepage SPD Bezirk Niederbayern

 

WebsoziCMS 3.9.9 - 001900877 -

Termine Unterbezirk Landshut

Weitere Termine im Menü Termine SPD Unterbezirk . Informationen bei Theresa Bergwinkl, Tel. 0871-25259 Landshut Unterbezirksgeschäftstelle im AWO Mehrgenerationenhaus, Ludmillastr. 15a. E-mail: Theresa.Bergwinkl@spd.de


25.07.2016: Montag 19.30 Uhr  UB-Konferenz mit Neuwahlen, Gasthof Zur Kraxn, Ergolding / Landshut.


 

Besucherstatistik

Besucher:1900878
Heute:200
Online:3
 

Aktuelle-Artikel

 

Wetter-Online

Schuldenuhr der BayernLB

Informationen

12.10.2026 17:43 Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas
Ich danke Bärbel Bas von Herzen für ihren Einsatz, ihre Haltung und ihr Engagement. Wir kämpfen weiter gemeinsam für die soziale Demokratie. „Bärbel Bas hat heute Morgen ihren Rücktritt von Partei- und Ministeramt erklärt. Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere. Als Ministerin und Vorsitzende… Matthias Miersch zum Rücktritt von Bärbel Bas weiterlesen

09.10.2026 17:40 Wichtiges Signal für den Wohnungsbau
Die Fortführung und Aufstockung des EH55 Programms bis zum Jahresende ist ein wichtiges Signal für die Bauwirtschaft. Nun sollten die neuen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden, um den dringend benötigten Neubau anzukurbeln. „Die Aufstockung der Förderung für den Neubau im Effizienzhausstandard 55 Plus und die Fortführung des Programms bis zum Jahresende sind ein wichtiges Signal für… Wichtiges Signal für den Wohnungsbau weiterlesen

26.09.2026 19:01 Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung
Jetzt braucht es einen gemeinsamen Aufbruch für Olympia. München setzt sich durch. Nachdem die Evaluierungskommission die Konzepte von München und KölnRheinRuhr nahezu gleichauf bewertet hatte, haben sich die Delegierten der außerordentlichen Mitgliederversammlung nun für München als deutsche Bewerberstadt entschieden. Wir gratulieren München und allen Beteiligten zu diesem überzeugenden Konzept. Sonja Eichwede, stellvertretende Vorsitzende: „Herzlichen Glückwunsch… Sonja Eichwede und Bettina Lugk zur Olympia-Entscheidung weiterlesen

25.09.2026 19:03 Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing
Umsetzung von EU-Regeln gegen Greenwashing: Koalition schafft pragmatische Lösung für Altwarenbestände Am 27. September 2026 treten neue Regeln in Kraft, nach denen Umweltaussagen in der Werbung oder auf Produktverpackungen jetzt klar und nachvollziehbar belegt werden müssen. Um einen pragmatischen und verhältnismäßigen Umgang mit Altbeständen sicherzustellen, justieren wir nach. Carmen Wegge, rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin: „‘Einfach… Wegge/Heselhaus zu EU-Regeln gegen Greenwashing weiterlesen

14.09.2026 17:56 Zollkodex
Jeden Tag kommen Millionen Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU. Die enorme Menge erschwert wirksame Kontrollen erheblich. Allein im Jahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete mit einem Warenwert von weniger als 150 Euro in die EU eingeführt – 91 Prozent davon über chinesische E-Commerce-Plattformen. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch 2023, als… Zollkodex weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de