Wissenschaft und Wirtschaft in Straubing

Landespolitik

Niederbayerische Abgeordnete auf Info-Tour durch den Regierungsbezirk

Den Auftakt einer Informations-Tour durch Niederbayern bildete ein Treffen der Abgeordneten Johanna Werner-Muggendorfer (Kelheim), Bernhard Roos (Passau) und Reinhold Perlak gestern in Straubing. Im Herbst folgen Besuche im Raum Passau und in Kelheim.

Beim Ortstermin im Gründerzentrum am Europaring erfolgte eine Vorstellung des Industriegebietes Sand durch Herrn Andreas Löffert, dem Geschäftsführer des ZVI. Die Erfolgsstory "Industriegebiet Sand mit Donauhafen" mit der Positionierung "Straubing ? Region der Nachwachsenden Rohstoffe" mit dem dazugehörigen Netzwerk in Wissenschaft und Wirtschaft beeindruckte die Besucher aus Kelheim und Passau merklich. Andreas Löffert setzte mit seinem Ausblick auf eine Entwicklungsachse einer pflanzenbasierten Chemie entlang der Donau mit dem Brückenkopf Straubing einen bemerkenswerten Schlusspunkt.

Anschließend erfolgte eine Vorstellung der Fa. Südchemie / CLARIANT mit einer Führung in der neuen Demonstrationsanlage zur Gewinnung von Bio-Ethanol aus Stroh Firma Süd-Chemie durch Projektleiter Herrn Markus Rarbach. Dass die Zukunftsvorstellungen von ZVI-Geschäftsführer Andreas Löffert keine Wolkenkuckuckseier sein, erfuhren die Abgeordneten bei der Fa. Südchemie / CLARIANT. Stroh aus der Region wird durch natürliche Vorgänge, die in das Organisationssystem moderner Industrieanlagen eingebettet wurden, zu Bio-Kraftstoff. "Gerade weil die Menschen auf  ihre gewohnte Mobilität nicht verzichten wollen, wird es in absehbarer Zeit einen steigenden Bedarf an flüssigen Biokraftstoffen geben. Wir lösen das Problem Teller oder Tank auf, in dem wir Nebenprodukte der Landwirtschaft verwenden", so Projektleiter Markus Rarbach, der sich extra für den Besuch der neiderbayerischen Abgeordneten Zeit genommen hatte.

Weiterhin wurden kurz der Zweckverband Abfallwirtschaft durch einen Vortrag von Herrn Anton Pirkl, Geschäftsleiter des Zweckverbands Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land, sowie die Pilotprojekte (Sludge to Energy, Abwasserwärme-Nutzung, etc) im Klärwerk Straubing durch Frau Cristina Pop (Leiterin Tiefbauamt Stadt Straubing) vorgestellt.

Im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing erfolgte die Vorstellung der drei Einrichtungen Wissenschaftszentrum Straubing, Technologie- und Förderzentrum (TFZ) und C.A.R.M.E.N. e.V., sowie der Fraunhofer-Projektgruppe BioCat“ durch die zuständigen Abteilungsleiter bevor in einer Pressekonferenz die Ergebnisse des Tages zusammengefasst wurden.

Das Zusammenwirken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Bereich der Nachwachsenden Rohstoffe ist beispielhaft für andere Regionen und eine einmaliger Entwicklungsperspektive für die Region Straubing, so das Fazit der niederbayerischen Abgeordneten zu ihrem Besuch. Sie nahmen aber auch ein ganzes Paket an Anregungen und Forderungen aus Wissenschaft und Wirtschaft mit nach München. Auffällig war – quer durch den Tag – die problematischen Entscheidungen der Politik in Sachen Besteuerung der Bio-Kraftstoffe oder die Förderung von Photovoltaik-Anlagen: "Unsicherheit ist Gift für Investitionen", so das Credo des Tages - und die Ursache für die unverständlichen Entscheidungen konnten auch ausgemacht werden: "Die Multis – ob Öl oder Energie im Vorzeichen – beeinflussen über ihre Lobby vor allem die FDP und damit auch deren Koalitionspartner CSU/CDU zum Schaden der Menschen in unserem Land. Bei den Wahlen 2013 haben es die Menschen in der Hand, welche Entwicklung unser Land in Zukunft nehmen wird. Die Region Straubing ist in Bayern und der europäischen Donau-Region gut aufgestellt ", so das Ergebnis der Informations-Tour der niederbayerischen Angeordneten in Straubing.

Foto (von links): Cristina Pop, Leiterin Tiefbauamt Stadt Straubing, die MdLs Bernhard Roos, Reinhold Perlak und MdL Johanna Werner-Muggendorfer, BGM Hans Lohmeier, Andreas Löffert, Geschäftsführer des ZVI und Anton Pirkl, Geschäftsleiter des Zweckverbands Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land

 

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